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1937 kam ich in Heidelberg zur Welt. Marie-Elisabeth haben sie mich getauft.
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Doch dann haben sie festgestellt, dass der Name zu lang war. Also haben sie mich Marliese gerufen. Ob ich allerdings mit dem
kürzeren Namen folgsamer war, ist fraglich. Der Rabe Jakob war mein ständiger Begleiter.
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Im Schreinerdorf Eschelbronn, dem Ort meiner Vorfahren, bin ich auf- und festgewachsen. Mein Leben geriet vollkommen durcheinander, als 1939 mein
Vater in den Krieg zog.
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Während Vater im Krieg war, lebten wir bei meinen Großeltern auf dem Bauernhof. Inmitten von Urgroßeltern, Großeltern, Mutter, Tanten und
Großtanten wuchs ich als einziges Kind in der Großfamilie auf.
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Zum Glück kam 1943 mein Bruder Heiner dazu. Den armen Jungen tauften sie mit Heinrich, Karl, Wilhelm auf die Namen aller verstorbenen männlichen
Familienmitglieder. Ich fuhr häufig meine Stacheln aus, doch wider Erwarten wurde aus mir für lange Zeit ein angepasstes, braves Mädchen.
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Nach meiner Schulzeit wurde ich Bürokauffrau. Als ich 1959 heiratete, gab ich meinen Beruf auf. 1961 kam das erste meiner Kinder, mein Sohn Michael, zur Welt. 1964 wurdeChristiane geboren.
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Nebenbei verfasste ich Gedichte, Geschichten, Glossen in der Mundart meines Dorfes. 1978 stellte sich der Erfolg ein, dem noch viele folgten.
1981 erhielt ich für die Satire "Volkstrauertag" den 2. Preis beim Mundartwettstreit in Bockenheim a.d.W. Viele Auszeichnungen konnte ich im Laufe der Jahre aus diversen Wettbewerben
mit nach Hause nehmen, u.a. Preise für Gedichte, Geschichten und Theaterstücke. Mit Ilse Rohnacher zusammen habe ich drei Mundart-Gedichtbände veröffentlicht und im Jahr 2000 über den Heimatverein
Kraichgau den Band "Kraichgauer Wortschatz" Wörter und Wendungen aus dem östlichen Kraichgau herausgebracht.
Aus Anlass der 1200-Jahrfeier rief ich 1988 die Laienspielgruppe "Sellemols" ins Leben. Die Sellemols Theaterleit' Eschelbronn
traten zum ersten Mal mit dem Stück "Sellemols - Vom Leineweber- zum Schreinerdorf" an die Öffentlichkeit. Seither waren viele Erfolge zu verzeichnen.
Mein Anliegen ist es zu beweisen, dass Mundartliteratur mehr sein kann, als Weck-Worscht-Woi Endreim-Meterware und der Mundart den
Stellenwert zukommen zu lassen, der ihr gebührt.
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1996 erhielt ich durch das Kultusministerium Baden-Württemberg beim bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb "Landespreis für
Volkstheater" den Förderpreis des Landes für das Theaterstück "Aus der Lisbeth ihrm Tagebuch - E Dorf em Kraichgau vun 1939 bis 1945". Das Stück zeigt Geschehnisse in meinem Dorf
Eschelbronn während des Drittens Reiches, wurde vom SWR aufgezeichnet und im dritten Fernsehprogramm ausgestrahlt.
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Ab und zu halte ich Lesungen in Schulen, in Bibliotheken, bei den Landfrauen in Jugendclubs usw. und trete manchmal zusammen mit Ilse Rohnacher
und Holly Holleber als Gruppe Kunschtdinger auf. Ich gehöre zum Mitarbeiterstab der alternativen Heimatzeitschrift "Der Howwl", schreibe dort die Gedanken der Kercheuhr auf, befrage
ältere Mitbürger zu ihrem Leben und schreibe im "Howwl" darüber.
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